Posts mit dem Label Vince Neil werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Vince Neil werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 4. Januar 2016

RIP MÖTLEY CRÜE

Das war es. 
Nach 34 Jahren Bandgeschichte, einer zweijährigen Abschiedstour und einem allerletzten Konzert am Silvesterabend in L.A., hat sich meine Lieblingsband Mötley Crüe tränenreich von der Bühne verabschiedet. Zeit für einen persönlichen (Warnung:) nostalgischen und sentimentalen Rückblick meinerseits! 
Es war im Jahr 1991 als die Highschool-Komödie „Wie der Vater, so der Sohn“ über den elterlichen Röhrenfernseher flimmerte und nach etwa der Hälfte des Films Schauspieler Dudley Moore die Stereo-Anlage aufdrehte und zu „ALL IN THE NAME OF…“ auf dem Esstisch kreischend und umhersprang. Der prägnante Beat in Verbindung mit diesem durchdringenden Rock’n’Roll-Riff und der kreischenden Rockröhre hat mich so gepackt, dass ich in meiner jugendlichen Euphorie am liebsten ebenfalls auf den nächsten Tisch springen wollte. Stattdessen hab ich den Abspann abgewartet, rannte mit dem notierten Bandnamen „MÖTLEY CRÜE“ zum nächsten CD-Verleih (ja sowas gab es damals, lange vor iTunes und Youtube) und holte mir das entsprechende Album „GIRLS, GIRLS, GIRLS“. Wenig später erkannte ich, dass ein anderes Album dieser Gruppe schon seit Wochen über die Boxen meines Bruders lief: DR. FEELGOOD! Also plünderte ich die CD-Regale meine Bruders und des lokalen Musikgeschäfts und ließ die Lieder auf meinem Discman rauf und runter spielen - ich hatte schließlich 10 Jahre aufzuholen! Vor allem der rohe ungebändigte Gitarrensound von Mick Mars´ immer wieder aufheulender Stratocaster und Vince Neils hohe und charakterstarke Stimme faszinierte mich von Anfang an. Auch wenn die Songs vielleicht nicht die Genialität mancher Werken von Guns N’ Roses aufweisen, zogen mich mich diese rotzigen kompromisslosen Stücke à la „TOO FAST FOR LOVE“ und „KICKSTART MY HEART“ oder die eingängigen Glam Metal-Songs wie „SAME OL’ SITUATION“ genauso in den Bann wie das Auftreten der aufsässigen Rebellen, die das „Sex, Drugs & Rock'n'Roll“-Motto bis zum exzessiven Überdruss verkörperten (nachzulesen in der berüchtigten Biographie „The Dirt“). Das Erscheinungsbild bewegte sich zwischen The Sex Pistols, Van Halen und Mad Max, wobei sich Mötley Crüe doch von Album zu Album sowohl musikalisch als auch outfittechnisch immer wieder neu erfand, ohne dabei die Wurzeln ihrer Musikrichtung aus den Augen zu verlieren. 
Doch wie sich herausstellte, hatte ich mir nicht den besten Zeitpunkt ausgesucht, um mich in diese Band zu verlieben. Bereits ein Jahr später wurde Sänger Vince Neil wegen Streitigkeiten mit den restlichen Mitstreitern kurzerhand gefeuert. Es gelang mir, ein Jahr lang das neue Album „MOTLEY CRUE“ mit Ersatzmann John Corabi zu boykottieren. Im Nachhinein muss ich zugeben, dass auch diese Platte eine prächtige ist, die einige Schmuckstücke enthält, doch komplett war die Band für mich nur in der originalen Besetzung. Vier so unterschiedliche Persönlichkeiten, die sich im Laufe der Jahre liebten und haßten, sich prügelten und versöhnten und in Kombination zu viert eine wahnsinnig explosive Energie versprühten. Tommy Lee, das chaotische und impulsive Riesenbaby, Nikki Sixx der Songwriter und Denker, Mick Mars der düstere und eigentlich völlig liebenswerte Eigenbrötler und Vince Neil der wasserstoffblonde Sunnyboy und Lebemann. 
Dementsprechend ließ ich einen Jubelschrei los, als ich im Jahr 1997 zufällig auf die neue Single „Afraid“ des Albums „GENERATION SWINE“ gestoßen bin und meinen Ohren kaum glauben konnte: Vince ist zurück! So kam es, wie ich es nicht mehr für möglich gehalten hatte, dass ich meine Helden tatsächlich wiedervereinigt live erleben durfte! Zum ersten mal im Jahr 2005 bei Rock im Park (Mötley Crüe hab ich somit auch mein erstes Rockfestival und meine folgende Festival“karriere“ zu verdanken) und in den Folgejahren vier weitere Male, u.a. in Wembley und ein allerletztes mal während der Abschiedstour in Stuttgart! (siehe Konzertbericht) 
Auch wenn die Bad Boys aus L.A. in Deutschland fast in Vergessenheit geraten sind („Da spielt Tommy Lee mit“ - „Achso!“), sich die Youtube-Gemeinde über Neils wachsende Pfunde auslässt und die Musik von manchen Kritikern für überholt erklärt wurde, hörte mein Herz nie auf für Mötley Crüe zu schlagen und ihre Lieder begleiteten mich in den letzten 24 Jäheren durch sämtliche Lebenssituationen und katapultierten mich notfalls aus manchem Stimmungstief. Es verging wohl kaum ein Tag, an dem ich nicht mindestens einem Crüe-Song zuhörte, egal ob ich mich zuhause, am Strand von Ibiza oder in Shanghai befand und daran wird sich in Zukunft wohl auch nichts ändern. Trotzdem beschleicht mich eine gewisse Traurigkeit, dass diese Bandgeschichte nun zu Ende erzählt und das letzte Kapitel geschlossen wurde. Als Trost bleiben die neuen Soloprojekte wie Sixx:A.M., sowie die angekündigte Veröffentlichung des finalen Konzerts auf DVD ... und darüberhinaus die leise Hoffnung, Mötley Crüe möge in Zukunft ein weiteres Mal die Regeln brechen …
Bis dahin: RIP MÖTLEY CRÜE! 





Freitag, 13. November 2015

MÖTLEY CRÜE - Konzertbericht Schleyerhalle Stuttgart

Ein letztes „Wow!“ kreischt Frontman Vince Neil nach der Zugabe „Home Sweet Home“ ins Mikro und nach einem gigantischen Spektakel voller Explosionen, Feuer, Konfetti, einigen Runden Bier und altbekannter Metal-Hits, kann ich mich dem nur anzuschließen und glückselig feststellen, dass dieser Abend wohl zu den besten meines Lebens gehört. Mit einem großen Knall verabschiedet sich Mötley Crüe im Rahmen ihrer Abschiedstournee vom deutschen Publikum in Stuttgart, die leisen Töne waren auch nie so wirklich ihr Ding. 
Doch alles der Reihe nach! Wie ein kleines Kind vor Weihnachten zählte ich schon seit Monaten die Tage runter, bis ich mich von meiner langjährigen Lieblingsband, deren Songs mich seit 24 Jahren begleitet haben (die ersten 10 habe ich verpasst), Abschied nehmen kann. Also muss ich zugeben, dass von mir vermutlich kein objektiver Bericht zu erwarten sein wird, doch selbst als neutraler Beobachter dürfte man sich äußerst schwer tun nach diesem Konzert einen Grund zum Meckern zu finden. Der einzige Wermutstropfen ist die höchstens halb gefüllte Schleyerhalle, und das 2 Tage nachdem die Truppe in London eine ausverkaufte Wembley-Arena zum Kochen brachte. Zum einen wurden die deutschen Fans mit einer zwischenzeitlichen 12-jährigen Abwesenheit der Band in den letzten Jahrzehnten wohl zu sehr vernachlässigt, zum anderen dürften die Ticketpreise über 80 Euro so manchen sparsamen Schwaben abgeschreckt haben. Doch es ist mitnichten so, dass die Stimmung darunter leidet - im Gegenteil, man kann davon ausgehen, dass es sich bei dem erlesenen Kreis um wahre Crüeheads handelt, die jedes Lied lauthals mitgrölen und mit „Crüe“-Rufen die Glamrocker frenetisch feiern. 
Zur guten Stimmung (und bestimmt auch zu den hohen Preisen) trägt unter anderem natürlich auch die „Vorband“ Alice Cooper bei - wann kommt man schon mal in den Genuss, den Meister des Gruselrocks im Vorprogramm zu erleben. Die Show und die Setlist wurde in der Rolle des Supporters zwar etwas abgespeckt, doch bei einer leicht reduzierten Alice Cooper Show bedeutet das immer noch eine musicalartige Horrorshow inklusive eines 5 Meter großen Frankensteinmonsters, einer lebenden Boa und der obligatorischen Hinrichtung durch die Guillotine. Musikalisch feuert der stimmlich immer noch überzeugende Endsechziger Alice Cooper seine größten Hits wie „No more Mr. Nice Guy“, „Poison“, „I´m Eighteen“ und „Schools Out“ ab und wird dabei von seiner hervorragenden Band begleitet, die mit 3 Gitarren für einen gewaltigen Sound sorgt. Vorneweg die hinreissende Nita Strauss, die blitzschnell herumwirbelt und den Beweis liefert warum sie derzeit in diversen Listen der heißesten und talentiertesten Gitarristinnen den ersten Platz belegt!
Was danach folgt, macht nicht den Eindruck als würde man einen Rockdinosaurier in den letzten Atemzügen sehen, die (größen)wahnsinnige Show macht vielmehr den Anschein als hätte Mötley Crüe erst letzte Woche ihr Hitalbum „Dr. Feelgood“ an die Chartspitze geschossen. Mit „Girls, Girls, Girls“ stürmen die Kings of Glam Metal die Bühne und präsentieren ein Konzert der Superlative, welches das exzessive und dekadente Leben der Bad Boys aus L.A. eins zu eins widerspiegelt. Immer wieder sprühen Flammen aus Metallspitzen, explodieren im Rhythmus Feuerwerkskörper im Hintergrund, betreten leichtbekleidete Backgroundsängerinnen die Bühne (u.a. Tommy Lees Verlobte Sofia) während Mick Mars seine Gitarre dämonisch aufheulen läßt, Tommy Lee auf die Drums drischt, Nikki Sixx zu „Shout at the Devil“ aus seinem Bass Flammen in den Himmel schickt und Vince Neil sich die Seele aus dem Leib schreit und über die Bühne rast, als wäre er noch 20 Jahre jünger und 20 Kilo leichter als es die Wirklichkeit erscheinen lässt. Generell sitzt alles auf den Punkt genau, die Kinderkrankheiten der ersten Gigs der Abschiedstour wurden behoben, die Crüe wirkt deutlich motivierter als bei ihrer letzten Deutschland-Tour im Jahr 2012, als Vince in Bamberg stocksauer die Bühne verließ, nachdem ihn ein Bierbecher traf und kurzerhand 3 Hits aus der Setlist strich. Diesmal findet man immer wieder ein Lächeln auf seinen Lippen (vor allem als sich bei „Looks that kill“ eine junge Dame vor seinen Augen entblößte). Jeder der Bandmitglieder bekommt dabei eine Plattform, um sich auf seine Weise zu präsentieren und die Interaktion mit den Fans zu suchen. So stellte Tommy Lee voller Stolz seinen Lebenstraum vor: eine Art Achterbahn auf der er sich um die eigene Achse drehend über die Köpfe der Zuschauer „fliegt“ und dabei zu Elektro- und HipHop-Beats das wohl dekadenteste Drumsolo der Rockgeschichte gibt, das Tommys Rockstar-Ego wenigstens annähernd gerecht wird. Die Menge rastet begeistert aus und sehen über den Musikbruch wohlwollend hinweg. Ob Eifersüchteleien und eine Art Wettrüsten dazu geführt haben, dass sich Bandgründer Nikki Sixx und Frontman Vince Neil für die letzte Phase der Abschiedstour noch zwei riesige Roboterarme installieren ließen, mit denen sie zum Finale des größten Hits „Kickstart my Heart“ durch die Halle schweben ist nicht bekannt, jedenfalls ist es ein imposanter Anblick die zwei in der Höhe thronen zu sehen während im Hintergrund die Bühne in die Luft zu fliegen scheint. 
Den größten Effekt erzielt für mich jedoch die geniale Idee, die Zugabe „Home Sweet Home“ auf einer winzigen Bühne inmitten der Halle in intimer Atmosphäre von den Zuschauern umringt zu spielen und damit nicht nur an die Anfänge der Band zu erinnern, als sie noch kleine Clubbühnen bespielte, sondern sich mit einem letzten emotionalen Höhepunkt von ihren Fans zu verabschieden. 
Am nächsten Morgen wache ich mit dem Gefühl auf, einen sehr kranken abgefahrenen Traum gehabt zu haben, doch als ich meinen neues Merchandising-Shirt und den leeren Geldbeutel entdecke, weiß ich, dass ich in Zukunft voller Inbrunst Nikki Sixx´ Worte zitieren kann: „Fuck You! I´m a Crüehead and I was at the last fuckin´ concert in Stuttgart ever!“













Dienstag, 8. Juli 2014

MÖTLEY CRÜE - The Final Tour

Letzte Woche begann nun das letzte Abenteuer der „berüchtigsten Rockband der Welt“, Mötley Crüe, die in Grand Rapids / Michigan ihre „Final Tour“ startete. Das gut zweistündige Programm verspricht eine imposante Pyro- und Lightshow der Extra-Klasse, sowie weitere Specials, wie z.B. Nikki Sixx´ flammenwerfenden Bass, Schlagzeuger Tommy Lees neues Spielzeug, ein Roller Coaster auf dem er teilweise kopfüber über die Zuschauermenge fährt, Konfetti-Regen, die obligatorischen Girls Girls Girls auf der Bühne und eine gelungene Setlist, in der neben den üblichen Klassikern auch einige selten gespielte Songs, wie das Sex Pistols-Cover „Anarchy in the U.K.“, „On with the Show“ oder die Ballade „Without You“ auftauchen. 
Ok, der Start war schon etwas holprig, die Opening-Show mußte insgesamt dreimal unterbrochen werden, nachdem es u.a. Tommy Lee bereits beim dritten Lied gelang, seine Drums zu demolieren und Mick Mars zwischenzeitlich das Intro des 33 Jahre alten Klassikers „Too fast for Love“ vergessen hat. Beim zweiten Stopp in Milwaukee stellte sich zudem heraus, dass Tommys sogenanntes „Cruecifly“ nicht in allen gebuchten Locations technisch umsetzbar ist. Auf die Idee, sich im Vorfeld darüber Gedanken zu machen, kam der Tourmanager scheinbar nicht… Nun muss man einfach darauf gefasst sein, auf nichts gefasst sein zu können wenn man eine Show der vier Chaoten aus L.A. besucht, die - wie dem aufmerksamen Leser der Bandbiographie „The Dirt“ bekannt sein wird - auch in ihrer 33jährigen Karriere gelinde gesagt keinen Tiefpunkt ausließen (von mehrmaligen Gefängnis-Aufenthalten bis hin zu Nikki Sixx´ kurzzeitigen klinischen Tod) und sich nicht unbedingt als die personifizierte Perfektion einen Namen machten. Schließlich handelt es sich hier um rohen anarchistischen Rock ´n´ Roll und nicht um ein glattgeföhntes Justin-Bieber-Konzert! Bei meinen bisherigen 4 Konzerten hat es mich bisher nie gestört, wenn mal ein Lied verhunzt wurde oder Sänger Vince Neil die Lyrics gerne etwas abkürzt - ich hab als langjähriger Fan jede ihrer explosiven Shows genossen! Weitaus unverständlicher ist für mich dagegen, dass die Truppe aus Hollywood zu Beginn ihrer allerletzten Tour lieber die von Justin Moores gesungene Country-Version von „Home Sweet Home“ (die erste Single-Auskopplung des mehr als unnötigen Mötley-Tribute-Albums im Country-Stil) bewarben, statt ihren brandneuen Song „All bad things“ zu veröffentlichen, von dem auf Youtube mittlerweile immerhin Live-Aufnahmen kursieren und gestern eine Preview der Studio-Aufnahme gepostet wurde (Siehe unten).
 Es ist zu erwarten, dass die Kinderkrankheiten der ersten Konzerte bis zu der angekündigten Europa-Tour im Jahr 2015 behoben sein werden. Und selbst wenn doch wieder alles aus dem Ruder laufen sollte - it´s only Rock ´n´ Roll … but I like it!

In Vorfreude auf das Konzertjahr 2015 - euer Grand Glam